Kein Ende des Zinsverfalls in Sicht

Die Offerten der Tagesgeldanbieter werden zusehend schlechter. Erst kürzlich senkte die DenizBank den Zinssatz um 0,10 %-Punkte. Eine weitere Zinssenkung eines andern Anbieter wurde zum 1.9.13 angekündigt.

Der Abstand zwischen der Inflationsrate in Deutschland und den angebotenen Zinsen auf Tagesgeldkonten wird immer größer. Das liegt nicht nur an der kontinuierlich ansteigenden Inflationsrate, sondern auch an den sinkenden Zinsen vieler Anbieter. Die letzte Zinssenkungsmeldung aus dem Kreis unserer Anbieter kam von der Deniz Bank. Dort sank zum 20.8.13 der Zinssatz für dort mögliche Tagesgelder von 1.000 bis 500.000 Euro um 0,10 %-Punkte auf nur noch 1,30 %. Zuvor schon hatten die TARGOBANK, die Bank of Scotland, die 1822direkt und S Broker ihre Offerten um 0,05 bis 0,20 %-Punkte zurückgenommen. Parallel zum Verfall der Tagesgeldzinsen stieg die Inflationsrate in Deutschland von noch 1,50 % im Mai auf inzwischen 1,90 % im Juli an. Wer sich für eine Tagesgeldanlage entschieden hat, hat derzeit keine Chance, eine Nettorendite für sein Erspartes zu erhalten. Anleger könne nur noch zwischen einem deutlichen und einem noch gemäßigten Wertverfall auswählen.

Zinssenkung bei der DenizBank

Zinssenkung bei der DenizBank

Mit einem seit dem 20.8.13 geltenden Zinsabstand von 0,80%-Punkten zum europäischen Leitzinssatz ist auch die leicht verschlechtere Offerte der österreichischen DenizBank noch relativ gut. Die Zahl der Anbieter, die deutlich geringere Zinsen auf Tagesgeldkonten zahlen, ist um ein Vielfaches größer als der Kreis der Anbieter, die aktuell mehr als 1,30 % bieten. Doch die Relativierung hilft den Anlegern kaum weiter; sie müssen derzeit damit leben, dass ihr Erspartes immer weniger wert wird. Wer einen Inflationsausgleich anstrebt, muss sich aktuell vom Tagesgeld verabschieden und eine Festgeldanlage wählen. Die DenizBank bietet beispielsweise für eine zweijährige Anlage einen Zinssatz von 1,90 % und für ein dreijähriges Festgeld einen Zinssatz von 2,15 %.

Alternative Festgeldanlage?

Doch mit einer Festgeldanlage verabschiedet sich der Anleger zugleich auch von der hohen Flexibilität, die Tagesgeldkonten aufgrund der täglichen Verfügbarkeit über das Ersparte bieten. Auch die Chance, an irgendwann ja mal wieder ansteigenden Zinsen zeitnah zu partizipieren, wird für die gesamte Anlagezeit aus der Hand gegeben. Wer davon ausgeht, dass die Zinsen während der gewählten Anlagezeit niedrig bleiben, ist mit einer Festgeldanlage besser beraten als mit einem Tagesgeld. Doch wer aufgrund der trotz anhaltender Finanzkrise verbesserten wirtschaftlichen Entwicklung in Europa auf bald steigende Zinsen hofft oder aber flexibel bleiben möchte/muss, sollte trotz der Differenz zwischen Tagesgeldzins und Inflationsrate beim Tagesgeld bleiben.

Alternativen mit unterschiedlichen Einlagensicherungen

Bei der DenizBank wird auch der neue Zinssatz für Beträge bis zu 500.000 Euro gezahlt. Großanleger sollten jedoch weder bei diesem noch bei jedem anderen Institut die Einlagensicherung aus den Augen verlieren. In der Regel gilt bei allen ausländischen Anbietern die gesetzliche Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro pro Person. Eine Ausnahme stellt die Bank of Scotland dar, die Mitglied im Bundesverband deutscher Banken (BdB) ist und eine Einlagensicherung bis zu 250.000 Euro anbieten kann. Der immer für Neu- und Bestandskunden geltende, variable Zinssatz liegt beim britischen Anbieter bei aktuell nur noch 1,20 %.

Die höchste, nicht nur auf Neukunden beschränkte Offerte kommt derzeit nicht aus dem Ausland, sondern von der jüngsten Internetbank Deutschlands, der net-m privatbank 1891. Dieses Institut bietet noch 1,60 % auf nach oben unbegrenzte Anlagen an. Doch ab dem 1.9.13 gilt auch bei diesem Newcomer der variable Zinssatz von nur noch 1,50 %, den auch die RaboDirect für Beträge bis zu 500.000 Euro zahlt.

Die Einlagensicherheit beider Anbieter ist weitgehend vergleichbar. In beiden Fällen gilt die gesetzliche Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro, die bei der RaboDirect vom niederländischen Einlagensicherungssystem, bei der net-m privatbank von 1891 durch die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH garantiert wird.

Garantiezinsen sichern!

Wer bei der ING-DiBa oder der 1822direkt als Neukunde durchgeht, darf sich über relativ hohe Garantiezinsen freuen. Die ING-DiBa garantiert noch immer 1,50 % für vier Monate auf Beträge bis zu 100.000 Euro. Bei der 1822direkt ist der für Beträge bis zu 250.000 Euro gültige Garantiezinssatz schon zum 9.8.13 auf 1,30 % gesenkt worden. Dieser Zinssatz wird für Beträge bis zu 250.000 Euro bis zum 20.12.13 garantiert. Ebenfalls 1,30 %, allerdings nur für Anlagen bis zu 50.000 Euro, erhalten Neukunden bei der DAB bank. Dort wird die Zinsgarantie für das Relax-Tagesgeld für sechs Monate ausgesprochen.

Zinserhöhung bei Cortal Consors

Zinserhöhung bei Cortal Consors

Über ganze zwölf Monate läuft die Zinsgarantie bei Cortal Consors, wo Neukunden zuletzt 1,30 % auf 50.000 Euro, garantiert für ein ganzes Jahr, erhielten. Seit dem 2.9.13 dürfen Neukunden sich dort über einen um 0,10 %-Punkte erhöhten Garantiezinssatz von 1,40 % auf Beträge bis zu 50.000 Euro freuen. Noch höhere Garantiezinsen sind bei diesem Anbieter wie auch der DAB bank erhältlich, wenn zum kostenlosen Tagesgeldkonto ein Depotkonto eröffnet und mit Leben erfüllt wird. Details dazu können unseren Produkttests entnommen werden.

In jedem Fall sollten die Ablauftermine für die Garantiezinsen nicht aus den Augen gelassen werden, denn in allen Fällen liegt der dann greifende variable Zinssatz für Bestandskunden deutlich unter dem Garantiezinssatz. Wer kein Tagesgeld-Hopper werden will, ist deshalb bei einem der Anbieter, die wie die RaboDirect, MoneYou oder die Bank of Scotland vergleichsweise gute Zinsen an Neu- und Bestandskunden zahlen, besser aufgehoben.

« Zurück zur Übersicht

Getagged mit: , , , , ,
Veröffentlicht in 1822direkt, Cortal Consors, DAB Bank, DenizBank, ING-DiBa, Ratgeber

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*