Produktänderungen der 4. Januarwoche 2014 – Reaktionen auf EZB-Zinssenkung

In unserem Tagesgeldkonten-Vergleich hat sich etwas getan. Doch wer die erste EZB-Zinssitzung des Jahres und die aktuellen Äußerungen Draghis verfolgt hat, wird ahnen, dass es sich um keine positive Veränderung handeln kann: Auch unser Bestanbieter MoneYou hat seine Offerte jetzt um 0,15 %-Punkte gesenkt.

Die Direktbanktochter der ABN AMRO Bank, die MoneYou, senkt die Tagesgeldzinsen.

Eine ganz große Überraschung war die zum Mitte Januar dieses Jahres wirksam gewordene Zinssenkung wahrlich nicht. Schließlich hatte die EZB schon im November des Vorjahres den Leitzinssatz um 0,25 %-Punkte auf ein neues historisches Tief von nur noch 0,25 % gesenkt, ohne das unser Top-Anbieter bisher darauf reagiert hatte. Nachdem EZB-Chef Draghi nach der Zinsrunde vom 9.1.14 erneut bekräftigt hatte, dass die Zinsen dauerhaft auf einem niedrigen Niveau bleiben werden, sah sich nach eigenen Angaben auch die Direktbanktochter der ABN AMRO Bank, MoneYou, gezwungen, den Zinssatz zu senken. Mit Bedauern gab dieser Anbieter zum 13.1.14 eine Absenkung des bisherigen Spitzensatzes von 1,45 % auf jetzt nur noch 1,30 % bekannt. Dem Bedauern können wir uns anschließen.

Das aktuelle Angebot von MoneYou

Der seitdem geltende Satz von 1,30 % gilt wie bisher ohne Mindesteinlage und wie zuvor für nach oben nicht begrenzte Beträge. Mit dieser Offerte musste MoneYou bis auf Weiteres den Spitzenplatz in unserem Tagesgeldkonto-Vergleich räumen. Bestanbieter ist aktuell die österreichische AutoBank, die nach wie vor Neu- und Bestandskunden 1,37 % auf den ersten Euro bietet und auch keine Höchstbetragsgrenze eingezogen hat. Aber auch die RaboDirect hat sich, ohne aktuell an der Zinsschraube gedreht zu haben, ganz knapp vor den bisherigen Bestanbieter MoneYou gesetzt. Denn bei der RaboDirect werden die Zinsen monatlich gutgeschrieben, während beim vorgenannten Konkurrenten aus den Niederlanden eine vierteljährliche Zinsverrechnung erfolgt.

Marginale Vorteile bei unterjährigen Zinsgutschriften

Allerdings sind die sich daraus ergebenden Vorteilen aufgrund des sehr niedrigen Basiszinssatzes kaum nennenswert: Bei monatlicher Zinsgutschrift bedeutet ein Zinssatz von 1,30 % bei einjähriger Anlage eine Rendite von 1,308 %; bei vierteljährlicher Zinsgutschrift liegt der Gesamtertrag bei 1,306 %. Oder anders: Wer ein Tagesgeld über 10.000 Euro für ein volles Jahr zu 1,30 % anlegt, erlangt bei monatlicher Zinsgutschrift einen Vorteil von ganzen 0,14 Euro gegenüber dem Anleger, der sich für ein Institut mit vierteljährlicher Zinsgutschrift entschieden hat. Wie lernen daraus: Bei den derzeitigen Niedrigzinsen bringen unterjährige Zinsgutschriften nur sehr marginale Vorteile. Der Anleger kann seine volle Konzentration somit beruhigt auf die Suche nach dem besten Zinssatz ausrichten.

1822direkt verschiebt den Auslauf der Zinsgarantie um einen weiteren Monat

Die 1822direkt verlängert das Garantiezinsangebot bis zum 02.06.2014.

Zu den derzeitigen Top-Anbietern zählt ohne Frage die Direktbanktochter der Frankfurter Sparkasse, die mit einem seit dem 17.1.14 bis zum 2.6.14 garantierten Zinssatz von 1,30 % wirbt. Das Besondere an dieser Offerte: Sie gilt für Beträge bis zu 250.000 Euro, die zugleich in voller Höhe gesichert sind durch die bei den deutschen Sparkassen geltende Institutshaftung. Das weniger Gute: Das Angebot richtet sich nur an Verbraucher, die bisher noch kein Tagesgeldkonto bei der 1822direkt unterhalten haben. Und selbstverständlich darf der Anlagebetrag zuvor weder auf Konten des Anbieters noch auf Konten der Mutter, der Frankfurter Sparkasse, angelegt gewesen sein.

Doch diese Bestimmungen sind nicht neu. Neu hingegen ist die jetzt bis Anfang Juni geltende Garantiezeit, die somit für kurze Zeit über die bei der ING-DiBa geltende 4-monatige Zinsgarantie hinausgeht. Allerdings garantiert die ING-DiBa noch immer 1,50 %, wenn auch „nur“ für 100.000 Euro.

Zinssenkung um 0,10 %-Punkte bei der Wüstenrot direct

Das Wüstenrot direct Top Tagesgeld-Konto jetzt zu 0,40 % Zinsen.

Weit davon entfernt, seinem Namen Ehre zu machen, ist das sogenannte Top Tagesgeld-Konto der Wüstenrot direct. Zuletzt gab es dort schon nur noch wenig attraktive 0,50 %; zum 23.1.14 wurde dieser Zinssatz weiter abgesenkt auf nun nur noch 0,40 %. Eine solche Offerte wird auch durch den Hinweis darauf, dass dieser Zinssatz ab dem ersten Euro für nach oben unbegrenzte Beträge gilt, nicht wirklich gut. Auch die vierteljährliche Zinsgutschrift kann bei einem so niedrigen Zinssatz nicht für eine ansprechende Rendite sorgen. Interessanter dürfte für Großanleger die bei der Wüstenrot direct geltende Einlagensicherung sein: Durch die Mitgliedschaft des Anbieters im Bundesverband deutscher Banken (BdB) ist nicht nur der Anlagebetrag, sondern auch dessen Einlagensicherung nach oben praktisch unbegrenzt.

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